| Filterrohre
für Bohrbrunnen Das Filterrohr hat die
Aufgabe den Wassereintritt aus dem Untergrund in
den Brunnen zu ermöglichen. Weiterhin stützt
das Filterrohr und das aufgesetzte Vollrohr das
Erdreich gegen den Brunnen ab. Verschiedene
Filtertypen haben unterschiedliche aktive
Filterflächen, d.h. das Verhältnis der freien
Eintrittsfläche (Schlitze) gegenüber der
gesamten Mantelfläche des Filters.
Die Öffnungen
der Filter können, aus Stabilitätsgründen,
nicht beliebig groß gewählt werden. Sie müssen
ebenfalls in Ihrer Schlitzweite auf das umgebene
Bodenmaterial abgestimmt sein, da sonst von
außen Sandanteile mit eingeschwemmt werden
können.
Eine Bitte: Keine
geflexten oder gebohrten Abflußrohre als Filter
benutzen. Wenn man sich die Mühe macht
einen Brunnen zu bohren, so sollte man wenigstens
ein paar Euro in ein vernünftiges Filterrohr
investieren. Die geflexten Abflußrohre haben
gegenüber den Filterrohren nach DIN folgende
Nachteile:
- Die dünne
Wandstärke der Abflußrohre ist nicht für den
anstehenden Bodendruck geeignet und können daher
brechen.
- Die
Filterschlitze können mit einer Flex nicht auf
die geforderte Größe von max. 1mm geschlitzt
werden. Außerdem ist es schwierig gleichviele
Schlitze in das Filter zu schneiden wie es
industriell gefertigte Filter haben. Meistens
werden die selbst geschlitzten Rohre dabei so
instabil, dass sie beim Einbringen in den Boden
den auftretenden Kräften nicht gewachsen sind
und brechen.
Kaufen Sie in
der Zeit, in der Sie die Rohre in stundenlanger
Arbeit selber schlitzen, lieber ein vernünftiges
Filterrohr (ca. 80 DM pro Meter). Für einen
durchschnittlichen Gartenbrunnen brauchen Sie
mindestens 2-3 Meter (industriell gefertigtes)
Filterohr. Diese Filterrohre haben gegenüber den
selbst gefertigten Filtern eine wesentlich
größere aktive Filterfläche (Verhältnis
zwischen Mantelfläche zur Eintrittsfläche).
Außerdem haben die Filterrohre nach DIN eine
dickere Wandstärke und sind deshalb den
Bodendrücken gewachsen.
PVC
Filterrohre
 |
|
Für
den Gartenbrunnen verwendet man häufig
Filter aus PVC. Die Filter werden mit
einem Trapezgewinde zusammengeschraubt. PVC Filterrohre
sind blau eingefärbt, haben keine
Weichmacher und geben deshalb keine
gesundheitsbedenklichen Stoffe an das
Wasser ab.
Man
unterscheidet zwischen Voll- und
Filterohren. An unterster Stelle eines
Brunnens sollte sich ein Sumpfrohr
befinden. Es besteht aus einem 1 Meter
langen Vollrohr, welches mit einem Deckel
an der Unterseite verschlossen ist. Es
dient zum Auffangen kleinster Sande die
bei Pumpenstillstand zu Boden sinken
können. Ebenfalls kann die
Unterwassermotorpumpe in dem Sumpfrohr
eingebaut werden, falls nicht genügend
Wasser über dem Filter steht.
Darüber
folgt der Filterbereich, der im
Durchschnitt ca. 3 Meter betragen sollte.
Über der Filterstrecke werden Vollrohre
bis zur Erdoberfläche eingebaut.
PVC
Filter gibt es in Längen von 1 - 4 Meter
und Durchmesser von DN 35 bis DN 600.
Auch die
Schlitze gibt es in unterschiedlichen
Größen von 0,2mm - 3mm. Diese Schlitze
werden mit speziellen Fräßgeräten, im
Werk, in die Filter eingeschlitzt.
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Technische Daten von PVC Filtern und
Vollwandrohre, normalwandig
|
DN |
mm |
25 |
35 |
40 |
50 |
80 |
100 |
115 |
125 |
150 |
150 |
175 |
200 |
250 |
300 |
350 |
400 |
|
Wandstärke |
mm |
2,4 |
3,5 |
3,5 |
4,0 |
4,0 |
5,0 |
5,0 |
6,5 |
5,0 |
7,5 |
8,5 |
10,0 |
12,5 |
14,5 |
17,5 |
19,5 |
|
Innen - Ø |
mm |
27 |
34,5 |
41,0 |
52,0 |
80,0 |
103,0 |
115,0 |
127,0 |
155,0 |
150,0 |
178,0 |
205,0 |
255,0 |
301,0 |
365,0 |
411,0 |
|
Außen - Ø |
mm |
32 |
41,5 |
48,0 |
60,0 |
88,0 |
113,0 |
125,0 |
140,0 |
165,0 |
165,0 |
195,0 |
225,0 |
280,0 |
330,0 |
400,0 |
450,0 |
|
Außen - Ø über Muffe |
mm |
36 |
46,0 |
53,0 |
65,0 |
93,0 |
120,0 |
130,0 |
149,0 |
170,0 |
176,0 |
203,0 |
240,0 |
295,0 |
350,0 |
425,0 |
485,0 |
|
Gewicht |
Kg/m |
0,35 |
0,64 |
0,75 |
1,05 |
1,58 |
2,53 |
2,90 |
4,10 |
3,75 |
5,50 |
7,40 |
10,00 |
15,60 |
21,30 |
31,00 |
39,00 |
PVC
Kiesklebefilter
 |
|
Bei den
Kiesklebefiltern werden Filterkiese einer
bestimmten Größenklasse mit einem
Epoxyharzkleber vermischt und
ganzflächig um die PVC Filterrohre
aufgebracht (siehe linkes Filterrohr).
Hierbei verbinden sich die Kieskörnchen
nur punktartig miteinander, so dass sich
eine durchlässige feste Kiesschicht um
das Filterrohr bildet. Kiesklebefilter
gibt es in Nennweiten von DN 35 bis DN
400 und werden im
"Kleinbrunnenbau" häufig für
Sanierungen von alten gebrochenen oder
sandführenden Brunnen eingesetzt. Bei
einem Brunnen aus Abflussrohren (DN 100),
der Sand fördert, kann man einen
Kiesklebefilter DN 50 einbauen
(Ausendurchm.=91mm) und die Sandführung
wird durch die Kiesklebeschicht
aufgehalten.
Die
zweite Möglichkeit einen Kiesklebefilter
einzusetzen, besteht bei feinen
Sanduntergründen. Im Großbrunnenbau
gibt es differenzierte Kiesschüttungen.
Hier werden zwei Kieschüttungen,
unterschiedlichster Korngrößen um das
Filterohr geschüttet. Direkt um das
Filterrohr schüttet man die gröbere
Schicht, außen wird die feinere
Kiesschicht geschüttet. Für diese
Prozedur benötigt man aber ein
zusätzliches Stahlrohr, damit sich die
beiden verschiedenen Schüttungen beim
Einbringen nicht durchmischen. Nach dem
Schütten werden das Stahlrohr wieder
vorsichtig gezogen. Ein solch großer
Aufwand kann man bei einem Gartenbrunnen
natürlich nicht betreiben, so bedient
man sich der Kiesklebefilter die schon
eine Kieschüttung besitzen. In dem
Bohrrohr wird der Kiesklebefilter mit
Zentrierfedern eingebracht und in dem
verbleibenden Ringraum
(Bohrohr/Kiesklebefilter) schüttet man
die, zur Körnungsklasse des
Kiesklebefilters passende, feinere
Kiesschicht. Mit solchen differenzierten
Kiesschüttungen kann man selbst Brunnen
in feinen Sandschichten betreiben. Bei
heruntergespülten
"Abflußrohren" kann man
überhaupt keine Kiesschüttung
einbringen, hier ist meist eine
Sandführung vorprogrammiert, falls der
Brunnen nicht in einer sehr groben
Kiesschicht platziert ist.
|
Technische Daten von PVC Kiesklebefilter
und Vollwandrohre, normalwandig
|
DN |
mm |
35 |
40 |
50 |
80 |
100 |
115 |
125 |
150 |
175 |
200 |
250 |
300 |
350 |
400 |
|
Wandstärke |
mm |
3,5 |
3,5 |
4,0 |
4,0 |
5,0 |
5,0 |
6,5 |
7,5 |
8,5 |
10,0 |
12,5 |
14,5 |
17,5 |
19,5 |
|
Innen - Ø |
mm |
34,5 |
41,0 |
52,0 |
80,0 |
103,0 |
115,0 |
127,0 |
150,0 |
178,0 |
205,0 |
255,0 |
301,0 |
365,0 |
411,0 |
|
Außen - Ø |
mm |
41,5 |
48,0 |
60,0 |
88,0 |
113,0 |
125,0 |
140,0 |
165,0 |
195,0 |
225,0 |
280,0 |
330,0 |
400,0 |
450,0 |
|
Außen - Ø über Kiesbelag |
mm |
63,0 |
75,0 |
92,0 |
121,0 |
143,0 |
157,0 |
172,0 |
196,0 |
226,0 |
261,0 |
316,0 |
362,0 |
436,0 |
482,0 |
|
Kiesbelagstärke |
mm |
11,0 |
13,5 |
16,0 |
16,5 |
15,0 |
16,0 |
16,0 |
15,5 |
15,5 |
18,0 |
18,0 |
16,0 |
18,0 |
16,0 |
|
Gewicht KK-Filter |
Kg/m |
3,0 |
4,4 |
6,0 |
10,5 |
11,5 |
13,3 |
13,5 |
16,5 |
22,5 |
29,0 |
41,0 |
47,0 |
65,0 |
74,0 |
Entnahmemengen
Die
Wassereintrittsgeschwindigkeit in das Filterrohr
sollte nicht mehr wie 3 Zentimeter pro Sekunde
betragen. Ist die Geschwindigkeit größer, so
kommt es zu Wasserturbulenzen, und die Folge sind
Verockerungen (Eisenablagerungen ) und eine
Überbelastung des Brunnens. Für eine Erhöhung
der Entnahmemenge kann man meist nur die Länge
des Filters vergrößern, da die Schlitzweite
durch den umgebenden Boden bestimmt wird. Eine
andere Möglichkeit wäre den
Filterrohrdurchmesser zu vergrößern, was aber
meist aus bohrtechnischen Gründen nicht
realisierbar ist. Man kann die Filterrohrlänge
mit folgender Tabelle bestimmen.
 |
|
1.) Auf
der horizontalen Achse die gewählte
Nennweite des Filters suchen. 2.) Nach oben bis
zur gewählten Schlitzweite gehen.
3.) Nach
links die mögliche Entnahmemenge pro
Meter Filterrohr ablesen.
Beispiel:
Ein Brunnen soll gebaut werden, bei dem
man 6 Kubikmeter pro Stunde entnehmen
möchte, ohne den Brunnen zu überlasten.
Aus bohrtechnischen Gründen steht ein
PVC Filterrohr mit DN 115 zur Verfügung.
Der Boden ist mittelkiesig, man
entschließt sich daher zu einer
Schlitzweite von 1mm.
1.) Auf
der horizontalen Achse bis auf den Wert
DN 115 gehen.
2.) Nach
oben gehen, bis die Linie 1mm kreuzt.
3.) Nach
links gehen, und den Wert von etwa 3
Kubikmeter pro Stunde pro Meter
Filterrohr ablesen.
4.) Bei
Verwendung von 2 Filterrohren erreicht
man eine Entnahmemenge von 6 m3/h.
|
Kieschüttungen
Filterkiese
werden bei der Bohrung zwischen Filter- und
Bohrrohr geschüttet. Sie dienen zum
Zurückhalten von Feinsanden aus dem umgebenden
Bodenbereich. Der Filterkies darf nicht beliebig
geschüttet werden, da er, wenn er falsch
ausgewählt wurde, entweder durch zu kleines Korn
in die Filterschlitze des Brunnens gelangen kann,
oder falls der Kies zu groß gewählt wurde der
Feinsand von außen in den Brunnen gelangen kann.
Da die Auswahl
einer geeigneten Kiesschüttung nur mit einer
Siebanalyse des Bodens erfolgen kann, möchte ich
hier nur grob auf die Auswahl einer
Kiesschüttung eingehen.
Filterkiese sind
genormt, d.h. sie müssen einen runde, nicht
scharfkantige Beschaffenheit aufweisen um nicht
die Filterschlitze zu versperren.
Es gibt folgende
Kiesklassen:
Filtersande:
0,25 - 0,5 mm; 0,5 -1,0mm; 0,71 - 1,4mm; 1,0 -
2,0mm
Filterkiese: 2,0
- 3,15mm; 3,15 - 5,6mm; 5,6 - 8,0mm; 8,0 -
16,0mm; 16 - 31,5mm
 |
| Filterkies 2-3,15mm |
Die
Kieschüttung muss erstens zur Schlitzweite des
Filters passen, auf der anderen Seite für das
umgebende Bodenmaterial geeignet sein. Passt eine
Kiesschüttung nicht in diese Größenspanne, so
wählt man eine Zweifachkiesschüttung
(differenzierte Kiesschüttung), oder bedient
sich eines Kiesklebefilters einer bestimmten
Kiesgröße und eine kleineren, meist unter der
Kiesklebefilters passende Kiesschüttung.
 |
| Zweifachkiesschüttung |
Bestimmung
der Filterkiesgröße anhand von
Filterschlitzweite:
| Sand /Kies
in mm
|
Schlitzweite
des Filters in mm
|
| 1,0 - 2,0 |
0,5 |
| 2,0 - 3,15 |
1,0 |
| 3,15 - 5,6 |
1,5 |
| 5,6 - 8,0 |
3,0 |
| 8,0 - 16 |
4,0 |
Für
den Gartenbrunnen im Lockergestein (kiesiger und
sandiger Untergrund; kein Fels) werden meist nur
Filter mit einer Schlitzweite von 0,5 / 1,0 oder
1,5 mm gewählt. Der im Lockergestein häufigste
verwendete Filter hat einen Durchmesser von DN
115 und eine Schlitzweite von 1,0mm. Aus diesen
Filterohren kann man pro Meter Filterrohr ca. 2-3
Kubikmeter pro Stunde entnehmen.
Auswahl des Bohrdurchmessers
Damit eine Kiesschüttung von
mindestens 50mm allseits um das Filterrohr geschüttet werden
kann, sollten unten gezeigte Maße eingehalten werden. Sicherlich
kann auch eine breitere Kiesschüttung erfolgen, hier kann das
Motto gelten: "Viel hilft viel".

Der Endbohrdurchmesser sollte
allseits 50mm größer erfolgen, damit das Bohrrohr in das
erstellte Bohrloch eingelassen werden kann. Schnell kommt man so
an die Grenzen einer Handbohrung, denn für ein DN115 Filterrohr
benötigt man ein DN 250 Bohrrohr, für ein DN 80 Filter sollte
ein DN200 Bohrrohr verwendet werden
|