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Wo finde ich Wasser ?

Um den Grundwasserstand festzustellen gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Unter Umständen existiert ein bestehender Brunnen in der Nähe. Fragen Sie doch mal in der "netten" Nachbarschaft herum.
  2. Eine andere Möglichkeit wäre den örtlichen Wasserversorger anzurufen. Vielfach haben diese ein großes Grundwasserpegelnetz, und vielleicht ist ein Pegel in der Nähe.
  3. Einfach losbohren. Man kann sich einen Erdbohrer bei einem Werkzeugvermieter leihen und eine Probebohrung vollziehen. Da man für einen Bohrbrunnen sowieso eine Bohrung machen muss, hat man auch nicht vergebens gebohrt.

Vielfach kam die Anfrage in welchem Bereich des Gartens man bohren sollte um an Wasser zu kommen, und ob man einen Wünschelrutengänger beauftragen sollte, eine "Wasserader" zu finden. Es gibt verschiedene Grundwasserausbildungen:

Flachland:

Grundwasser, in flachen Gebieten, bilden unter der Erde eine Art See aus, d.h. das Grundwasser hat meist immer den gleichen Abstand zur Erdoberfläche (eine gerade Erdoberfläche vorrausgesetzt). Wenn das Wasser an einer bestimmten Stelle einen Abstand zur Erdoberfläche hat, so wird sich dieser Abstand über eine große Fläche nicht wesentlich verändern. Sicherlich kann es unter der Erde Verwerfungen geben, die einen gleichmäßigen Abstand zur Erdoberfläche verhindern, dies ist aber meist die Außnahme.

Täler und Gebirge:

In Tälern sieht die Grundwassersituation anders aus. Hier sollte man so weit wie möglich im Tal einen Brunnen rammen, da das Wasser unterirdisch dem Tal zufließt und an der tiefsten Stelle als Bach austritt. Vielfach kann es vorkommen, dass der Bach nicht zu Tage tritt und ebenfalls unterirdisch abläuft. Meist trifft man bei Tälern aber auf Festgestein, so dass man einen Rammbrunnen nicht abteufen kann.

Wasserergibiegkeit der Böden:

Die Bodenschichten in den ein Rammfilter reicht (ca. 10 Meter ) ist rund 1 Million Jahre alt, und wird der Zeit des Quartär zugeordnet. Die Bodenschichten des Quartär sind Kiese, Sande, Lehm, Ton, Seeschlick, Torf und Moor.

Die Bodenschichten sind ähnlich wie in einer Torte aufgebaut. Zwischen Sand- und Kiesschichten gibt es immer wieder Zwischenschichten von wasserstauendem Ton, Lehm oder Schluff. Auf diesen Schichten bildet das Grundwasser einen "unterirdischen See" aus. So kann es verschiedene Grundwasserstockwerke geben, in denen sich Grundwasser sammelt. Im Laufe der Zeit sickert das Wasser langsam durch die Ton- und Lehmschichten in das jeweils darunterliegende Grundwasserstockwerk.

Ton-, Lehm oder Schluffböden sind sehr feinkörnig (0,002mm-0,06mm) und haben dadurch sehr kleine Porenhohlräume in denen sich kaum Grundwasser sammeln kann. Deshalb geben diese Bodentypen sehr schlecht Wasser an den Brunnen ab. Man kann dies daran erkennen, dass ein neu erstellter Brunnen im Betrieb sofort trocken läuft.

Mittelsandige bis grobkiesige Böden (0,6mm-63mm) haben ein sehr großes Porenvolumen, dass Wasser kann aus allen Richtungen sehr schnell nachfließen. Solche Böden sind für die Wasserförderung gut geeignet.

Der Bohrbrunnen sollte in einen Bodenbereich gerammt werden, indem eine gute Wasserförderung möglich ist (ab Mittelsandig aufwärts; >0,5mm).