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Nachlassen der Ergiebigkeit
Im Laufe der Zeit können Brunnen, durch unterschiedliche Faktoren, ihre Ergiebigkeit nachlassen. Dies ist bei Rammbrunnen an der abnehmenden Förderleistung der Pumpe festzustellen.

Als Alterungsfaktoren sind zu nennen:

  Versandung

Ist der Brunnen in einer feinsandhaltigen Wasserschicht eingebaut, und der Brunnen wird überlastet, können sich die feinen Sandbestandteile vor die Filterschlitze setzen und diese verstopfen.

Vor der Erstinbetriebnahme sollte der Rammbrunnen einer Entsandung unterzogen werden, um einer späteren Versandung entgegenzuwirken.

Durchführung der Entsandung:

1 Stunde pumpen mit 0,5 m3/h

1 Stunde pumpen mit 1 m3/h

1 Stunde pumpen mit Volleistung der Pumpe

Durch die stufenweise Entsandung werden die feinen Sandpartikel abschnittsweise aus der Saugumgebung in der Erde entfernt, so gelangt der ganze Feinsandanteil nicht auf einmal vor den Filter und verstopft diesen, sondern tritt langsam durch das Filter.

Bei bereits versandeten Filtern hilft meist nur das Rammen in eine feinsandärmere Schicht.

     
  Verockerung (Eisenablagerungen an der Außenseite des Filters)

Durch gelöstes Eisen und Mangan im Grundwasser kann es zu einer Belegung der Filterschlitze kommen.

Wird der Brunnen so stark überlastet, dass der Filter durch die starke Absenkung des Grundwasserstandes trocken liegt, kommt es an den Filterschlitzen zu starken Verwirbelungen und außerdem kann Bodenluft mit in den Filter gelangen.

Diese beiden Faktoren oxidieren das bisher gelöste Eisen in eine wasserunlösliche Form, welches den Filter verstopft.

Ein Rammbrunnen ist aufgrund seiner Bauform besonders anfällig für Verockerungen. Deshalb ist die einzigste Alternative den Brunnen nicht zu überlasten. Ein Anhaltswert für die max. Entnahmemenge: max. 1,5 Kubikmeter in der Stunde pro Meter Filterlänge.

Eine Möglichkeit der Regenerierung besteht darin den Filter mit einem Hochdruck- schlauch mit unten angeschraubter Spezialdüse zu reinigen.

 

Wenn der Brunnen nicht überlastet wird, kann der Brunnen trotz erhöhtem Eisengehalt über eine gewisse Zeit betrieben werden. Das Wasser sollte anschließend, falls es notwendig ist, aufbereitet werden.

Wird eine längerfristige Versorgungssicherheit angestrebt, sollte man überlegen einen Bohrbrunnen herstellen zu lassen.

     
Versinterung (Verkalkung)

Bei der Verkalkung des Brunnens ist es so wie bei der Verockerung. Im Grundwasser befindet sich gelöster Kalk, der durch Überlastung des Brunnens in eine wasserunlösliche Form umgewandelt wird, und die Filterschlitze verstopft.

Eine Regenerierung ist, wie bei der Verockerung, meist nicht möglich.

 
Überwachung der Brunnenergiebigkeit

Der Rammbrunnen kann auf einfachste Art im Laufe seiner Betriebszeit überwacht werden. Es wird ein Vakkummeter in die Saugleitung eingesetzt. Dieses Meßinstrument ist ähnlich wie ein Manometer aufgebaut, nur das es nicht den Überdruck sondern den Unterdruck misst.

Die Wassersäule in der Saugleitung "zieht" bei Pumpenstillstand nach unten, und erzeugt dabei an dem Vakuummeter einen Unterdruck der dem Grundwasserabstand entspricht. Durch Filterverstopfungen entstehen bei Pumpenbetrieb zusätzliche Energieverluste die sich als Druckverluste bemerkbar machen, die das Vakuummeter anzeigt.

Wie im unteren Beispiel herscht bei Pumpenstillstand ein Wert von 5 Meter - der Grundwasserabstand beträgt also 5 Meter unter der Erdoberfläche. Bei Pumpenbetrieb zeigt das Gerät 7 Meter an. Durch Reibungsverluste und Verstopfungen des Filters sind zusätzlich 2 Meter an Saughöhe verloren gegangen.

Wenn sich der Wert bei Pumpenbetrieb der 8 Meter Marke nähert, kann der Förderstrom zusammenbrechen, da die Saugpumpen nicht mehr wie 8 Meter saugen können. Wie man sieht spielt bei der Auslegung der Pumpe nicht nur der reine Grundwasserabstand eine Rolle, sondern auch die Druckverluste und die Filterverstopfung.

Das Grundwasser könnte sich 2 Meter unter der Erdoberfläche befinden, aber durch Verstopfung entstehen zusätzlich 7 Meter an Saughöhenverlust. Insgesamt müsste die Pumpe dann eine Saughöhe von 9 Meter (2 Meter Grundwassertiefe + 7 Meter Saughöhenverlust durch Verstopfung) überwinden. Hier kann keine Saugpumpe mehr eingesetzt werden.

 

Bei einem neuem Brunnen sollte man die beiden Werte (Betrieb und Stillstand) notieren. Die Differenz zwischen den beiden Werten sollte jährlich notiert werden., um einer schleichenden Verschlechterung der Brunnenergiebigkeit auf die Schliche zu kommen.