| Belüftung
von Rohwasser Durch den Gasaustausch werden dem
Wasser unerwünschte Gase entfernt (agressive
Kohlensäure, Schwefelwasserstoff, Methan, etc),
auch wird dem Wasser gleichzeitig Sauerstoff
zugeführt. Dies dient dazu, dem Wasser ein an
Sauerstoffgehalt von bis zu 8 mg/l zu
verabreichen und oxidierbare Stoffe, wie Eisen
und Mangan, in eine abfiltrierbare Form zu
überführen.
Man
unterscheidet zwischen offener und geschlossener
Belüftung. Bei der offenen Belüftung kann zu
dem Sauerstoffeintrag auch das unerwünschte
Kohlendioxid (agressive Kohlensäure) entfernt
werden. Da die Luft auch einen hohen Anteil an
Stickstoff besitzt, wird dieses auch im Wasser
gelöst, und führt durch Druckentspannung (z.B.
an der Zapfstelle des Verbrauchers) zu einem
milchigen Aussehen des Wassers. Bei der
geschlossenen Belüftung wird ein Gas
(Sauerstoff) mittels eines Gasverdichters
(Kompressor, Drucktank, etc) in die Rohrleitung
eingebracht (Oxidator). Es findet eine Erhöhung
des Sauerstoffanteils im Wasser statt, aber
andere Gase können nicht aus dem Wasser
entweichen. Dieses findet Verwendung wenn sich
das Wasser schon im Kalk-Kohlensäure
Gleichgewicht befindet, und kein Kohlendioxid
entweichen soll. Ein weiterer Vorteil besteht
darin das die Wasserförderung nicht unterbrochen
wird, im Gegenteil zu der offenen Belüftung, wo
anschließend eine Pumpe eingesetzt werden muß,
um das Wasser zum nächsten Aufbereitungsschritt
zu befördern.
Es gibt
verschiedene Verfahren die sich in Kosten und
Wirksamkeit unterscheiden. Einige werden
nachfolgend aufgeführt.
Freier
Regenfall
Wenn große
Fallhöhen in den Gebäuden der
Wasseraufbereitung vorhanden sind (3-5 Meter),
kann eine Belüftung mit diesem Prinzip
durchgeführt werden. Unter der Decke des
Begasungsraumes ist eine Rohrleitung mit Düsen
angebracht, aus denen das Wasser frei
herabfällt. Eine Erhöhung der Wirksamkeit kann
ereicht werden, wenn der Begasungsraum von unten
her, mit von außen herangeführter Luft,
durchströmt wird. Ein Nachteil bei dieser Art
von Be- und Entgasung ist der hohe bauliche
Aufwand.
Kaskadenbelüftung
Bei der
Kaskadenbelüftung werden mehrere Rinnen aus
Kunststoff übereinander angeordnet. Das Wasser
tropft von der obersten Rinne, durch Öffnungen
in der Unterseite, in die darunter befindliche
Rinne. Der Kaskadenraum wird ebenfalls mit Luft,
im Gegen- oder Gleichstrom, betrieben. Durch
Veränderung der Anzahl der Rinnen oder das
Drosseln des Luftstromes kann eine Einstellung
der Belüftung erfolgen.
Abmessung der
Rinne : 1-1,2 Meter
max. Rinnen
übereinander : 8 Stück
Höhenabstand
der Rinnen untereinander : 0,4-0,5 Meter
Wasserdurchlauf
pro Meter Rinne : 15-20 l/s
Luftbedarf pro
Meter Rinne : 500-800 Kubikmeter/h
Eine andere
Variante der Kaskadenbelüftung ist die
Rohrgitterkaskadenbelüftung.
Verdüsung
Bei der
Verdüsung wird das Wasser durch am Boden
befindliche Düsen mit einem Druck von 0,5-1 bar
nach oben versprüht.
Je
höher das Wasser versprüht wird, desto höher
ist die Wirkung. Ab 4 Meter wird aber kaum eine
Verbesserung der Belüftung erzielt. Die
Einstellung der Anlage erfolgt hier über eine
Einstellung des Düsendrucks und der
gleichzeitigen Spritzhöhe. Wichtig ist bei der
Anlage eine stetige Erneuerung der Luft im
Verdüsungsraum, so das die ausgetriebenen Gase
abtransportiert werden können. Die
Luftumwälzung soll das 10-15fache des
Wasserdurchlaufes betragen. Die Düsen und der
Verdüsungsraum sollten aus korrosionsfesten
Materialien bestehen, um den Materialien keine
Möglichkeit zur Korrosion zu bieten. Ab und an
müssen die Düsen in Säure gereinigt werden, um
ausgefallene Stoffe aus diesen zu entfernen.
Wellbahnbelüftung
Bei der
Wellbahnbelüftung läuft das Wasser in einem
geschlossenen Turm an Rieslerpacketen herunter.
Die Rieslerpackete bestehen aus gewellten,
dünnen Kunststoffplatten, die zu mehrern Lagen
zusammengepackt werden. Sie haben meist eine
Würfelgröße von einem Meter Kantenlänge und
werden dann in dem Turm übereinandergestapelt.
Die Rieslertürme können ebenfalls mit Luft im
Gleich- oder Gegenstrom betrieben werden, um die
Wirksamkeit zu steigern. Diese Art der Be- und
Entlüftung ist eine der wirksamsten Arten, und
findet in vielen Wasserwerken Anwendung.

Abb. Rechts: Rieslerpacket
Propellerbelüftung
Bei dieser Art
taucht ein Propeller in ein geschlossenes Becken
ein, das mit Wasser gefüllt ist. Durch die Achse
des Propellers wird Luft eingeleitet, das dieser
dann innnig mit dem Wasser vermischt. Vorteile
ergeben sich aus dem geringen Platzbedarf der
Anlage.
Druckbelüftung
Die
Druckbelüftung gehört zu den geschlossenen
Arten der Wasserbelüftung. Die Luft oder der
Sauerstoff wird unter Druck in die Rohrleitung
gepresst. Diese Art der Belüftung wird dann
verwendet, wenn sich das Wasser im
Kalk-Kohlensäure Gleichgewicht befindet, und das
Kohlendioxid deshalb nicht aus dem Wasser
entfernt werden darf. Da hierbei eine innige
Durschmischung des Gases mit dem Wasser
gewähleistet sein muß, wird eine
Mischeinrichtung nachgeschaltet (Mischrohr,
Voroxidator). Druckbelüftung wird auch verwendet
wenn Eisen in der ersten Filterstufe
herausgefilter werden soll (Oxidation von
zweiwertigem, wasserlößlichen Eisen in
abfiltrierbares, wasserunlößlichem,
dreiwertigen Eisen). Denn hierbei kann das Wasser
ohne weiteren Energieeinsatz in den danach
geschalteten Riesler gefördert werden.
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