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Druckmessung
Unter Druck versteht man den Quotienten aus
Kraft (F) pro Fläche (A). Da die Kraft die Einheit Newton (N)
und die Fläche die Einheit m2 hat, ergibt
sich für den Druck die Einheit N/m2.
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1 N/m2
= 1 Pa 100000
Pa = 1 bar
1 hPa = 100 Pa = 1/1000 bar
= 1 mbar
1 psi = 0,0689 bar
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Die Druckeinheiten können ineinander
umgerechnet werden. Man geht in die Spalte der umzurechnenden
Druckeinheit bis zur 1 und liest dann in der selben Zeile den
Umrechnungsfaktor ab. (1 bar = 14,514 psi).
| Pa |
bar |
Torr |
at |
atm |
psi |
| 1 |
10-5 |
75*10-4 |
1,02*10-5 |
9,87*10-6 |
1,45*10-4 |
| 105 |
1 |
750 |
1,02 |
0,987 |
14,514 |
| 133 |
1,33*10-3 |
1 |
1,36*10-3 |
1,32*10-3 |
1,94*10-2 |
| 98100 |
0,981 |
1 |
0,968 |
14,224 |
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| 101330 |
1,0133 |
760 |
1,033 |
1 |
14,706 |
| 6890 |
0,0689 |
51,67 |
0,0703 |
0,0680 |
1 |
Druckarten
der absolute Druck oder Absolutdruck
(pabs) ist
der Druck gegenüber dem Druck Null im leeren Raum. Der Atmosphärendruck
heißt pamb und
beschreibt den Luftdruck gegenüber dem Absolutdruck (p abs).
Die Differenz zwischem dem Absolutdruck und dem jeweils
herschenden Atmosphärendruck nennt man Überdruck (pe).Deshalb
spricht man nicht von Unterdruck, sondern von negativen
Überdruck, wenn der Absolutdruck unter dem Atmosphärendruck
liegt. In der Technik sucht man eine feste Bezugsgröße, deshalb
ist es sinnvoll sich an dem absoluten Druck (pabs)
zu orientieren, da andere Drücke die sich auf den Luftdruck
beziehen, sich mit der Veränderung des Luftdruckes ebenfalls
verändern (z.B. der Überdruck).
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| Abb.2: Druckarten |
Druckmessgeräte mit
Rohrfeder
Rohrfedern sind kreisförmig gebogene Rohre
von ovalem Querschnitt. Der Druck des Messstoffes wirkt auf die
Innenseiten dieses Rohres, wodurch sich der Ovalquerschnitt der
Kreisform annähert. Durch die Krümmung des Federrohres
entstehen Ringspannungen, welche die Rohrfeder aufbiegen (Bourdonprinzip).
Das nicht eingespannte Federende führt eine Bewegung aus, die
ein Maß für den Druck ist. Über ein Zeigerwerk wird diese
Bewegung zur Anzeige gebracht. Die kreisförmigen, in einem
Winkel von ca. 250 ° gebogene Federn werden für Drücke bis ca.
60 bar eingesetzt. Für höhere Drücke finden Federn mit
mehreren übereinander liegenden Windungen von gleichem
Wickeldurchmesser (Schraubenfeder) oder mit in einer Ebene
liegenden spiralförmigen Windungen (Schneckenfeder) Verwendung.
Rohrfedern können nur begrenzt gegen Überlast geschützt
werden. Um besonders schwierige Messaufgaben erfüllen zu
können, kann dem Druckmessgerät ein Druckmittler als Trenn-
bzw. Schutzvorlage vorgeschaltet werden. Die Anzeigebereiche
liegen zwischen 0 ...0,6 und 0 ... 4000 bar bei
Anzeigegenauigkeiten (Genauigkeitsklassen) zwischen 0,1 und 4,0
%.
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links: Kreisformfeder; rechts: Schraubenformfeder |
Rohrfedermanometer der Firma
ARMATURENBAU GmbH |
Bourdonprinzip
Aufgrund der Krümmung der Rohrfeder ist
die Außenfläche größer als die Innenfläche. Da innerhalb der
Rohrfeder die Drücke gleich sind, sind nach der Formel F=p*A die
Kräfte auf der Außenfläche größer. Folglich kommt es zur
Aufbiegung der Rohrfeder.
Druckmessgeräte mit Plattenfeder
Plattenfedern sind kreisförmige, gewellte
Membranen. Sie werden zwischen zwei Flansche entweder am Rand
eingespannt oder verschweißt und einseitig vom Druck des
Messstoffes beaufschlagt. Die dadurch hervorgerufene Durchbiegung
wird als Maß für den Druck genutzt und über ein Zeigerwerk zur
Anzeige gebracht. Plattenfedern haben im Vergleich zu Rohrfedern
eine relativ große Stellkraft und durch die ringförmige
Einspannung sind sie unempfindlicher gegen Erschütterungen. Die
Plattenfeder kann durch Abfangen (Anlage der Plattenfeder am
oberen Flansch) höher überlastet werden und durch Beschichtung
mit Sondermaterial oder Vorlegen von Folien kann das
Druckmessgerät auch vor extrem korrosiven Messstoffen geschützt
werden. Zur Messung von hochviskosen, verunreinigten oder
kristallisierenden Messstoffen kann man weite Anschlussbohrungen,
offene Anschlussflansche sowie Spülmöglichkeiten realisieren.
Die Anzeigebereiche liegen zwischen 0 ... 16 mbar und 0 ... 40
bar in den Genauigkeitsklassen 0,6 bis 2,5.
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Plattenmanometer der Firma WIKA |
Druckmessgeräte mit Kapselfeder
Die Kapselfeder besteht aus zwei
kreisförmigen, gewellten, am Rand druckdicht zusammengefügten
Membranen. Der Druck wirkt auf die Innenseite dieser Kapsel und
die erzeugte Hubbewegung wird als Maß für den Druck über ein
Zeigerwerk zur Anzeige gebracht. Druckmessgeräte mit Kapselfeder
eignen sich besonders für gasförmige Messstoffe und relativ
niedrige Drücke. Ein Überlastschutz ist in bestimmten Grenzen
möglich. Werden mehrere Kapselfedern mechanisch in Reihe
geschaltet (Kapselfeder-"Paket"), wird eine Erhöhung
der Stellkraft erreicht. Die Anzeigebereiche liegen zwischen 0
... 2,5 mbar und 0 ... 0,6 bar in den Klassen 0,1 bis 2,5.
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Kapselfedermanometer der Firma WIKA |
Druckmessgeräte für Absolutdruck
Diese Geräte werden eingesetzt, wenn
Drücke unabhängig von den natürlichen Schwankungen des
atmosphärischen Druckes gemessen werden sollen. Prinzipiell
können alle von den Überdruck-Messgeräten her bekannten
Federformen und Messprinzipien verwendet werden. Der Druck des zu
messenden Stoffes wird gegen einen Referenzdruck gemessen, der
gleich dem Absolutdruck Null ist. An der nicht vom Messstoff
beaufschlagten Seite des Messgliedes herrscht dazu in einer
Referenzkammer als Referenzdruck absolutes Vakuum. Durch
Abdichten der entsprechenden Messkammer oder des umgebenden
Gehäuses wird die Funktion realisiert. Die Übertragung der
Messgliedbewegung und die Anzeige des Druckes erfolgen wie bei
den bereits beschriebenen Überdruck-Messgeräten. Die
Anzeigebereiche liegen zwischen 0 ... 16 mbar und 0 ... 25 bar in
den Klassen 0,6 bis 2,5.
Druckmessgeräte für Differenzdruck
Beim Differenzdruckmessgerät wird die
Differenz zweier Drücke direkt erfasst und zur Anzeige gebracht.
Auch hier können prinzipiell alle von den
Überdruck-Messgeräten her bekannten Federformen und
Messprinzipien verwendet werden. Zwei abgeschlossene
Messstoffräume sind durch das Messglied/die Messglieder
getrennt. Sind beide Betriebsdrücke gleich groß, wird das
Messglied keine Bewegung ausführen und es erfolgt keine
Druckanzeige. Erst wenn ein Druck erhöht oder niedriger ist,
kommt es zur Differenzdruckanzeige. Bei hohen statischen Drücken
werden kleine Differenzdrücke direkt messbar. Bei
Plattenfeder-Messgliedern lässt sich eine sehr hohe
Überlastbarkeit erreichen. Der zulässige statische Druck und
die angegebene + und - -seitige Überlastbarkeit
sind zu beachten. Die Übertragung der Messgliedbewegung und die
Anzeige des Druckes erfolgen in den meisten Fällen wie bei den
bereits beschriebenen Überdruck-Messgeräten. Die
Anzeigebereiche liegen zwischen 0 ... 16 mbar und 0 ... 25 bar in
den Genauigkeitsklassen 0,6 bis 2,5.
Druckmessung mit
Sperrflüssigkeit
Sie werden zur Messung kleiner Drücke oder
kleiner Druckdifferenzen bevorzugt im Labor- und Versuchsanlagen
eingesetzt.
Das offene U-Rohr-Manometer
ist ein beiderseits offenes, mit einer Sperrflüssigkeit (z. B.
Quecksilber oder Wasser) teilweise gefülltes U-Rohr. An einem
Ende schließt man den Raum an, in dem der zu messende Druck
herrscht, das andere Ende ist offen. Auf die Sperrflüssigkeit
wirkt von der einen Seite der (absolute) Druck im Behälter, von
der offenen Seite der Luftdruck. Die Sperrflüssigkeit steigt in
einem Schenkel so hoch, dass die Kraftwirkungen von
Druckdifferenz und Gewicht der Flüssigkeitssäule gleich sind.
Der Höhenunterschied der Flüssigkeitssäulen in beiden
Schenkeln delta h ist das Maß für den Überdruck pe
im Behälter. Er kann mit der Dichte der Sperrflüssigkeit
berechnet werden.
| pe(mbar)
= 0,0981 * Dichte(Sperrflüssigkeit g/cm3) * delta h ( in
mm) |
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| Offenes U-Rohr Manometer |
Das geschlossene U- Rohr Manometer
kann zur Messung von Unter- und Überdruck verwendet werden. Zur
Messung von Unterdrücken ist der geschlossenen Schenkel bei
atmosphärischen Druck völlig mit Quecksilber gefüllt. Wird
Unterdruck angelegt, so wird das Quecksilber aus dem
geschlossenen Schenkel gezogen. Aus der Höhendifferenz der
Flüssigkeitssäulen (delta h) wird der Absolutdruck berechnet.
| pabs(mbar)
= 0,0981 * Dichte (Sperrflüssigkeit g/cm3) * delta h ( in
mm) |
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| geschlossenes U-Rohr Manometer (links:Unterdruck ;
rechts:Überdruck) |
Zur Messung von Überdrücken
ist im geschlossenen Schenkel eine kleine Gasportion von einer
Sperrflüssigkeit eingeschlossen. Schließt man am anderen Ende
der Röhre den zu messenden Überdruck an, so wird die Gasportion
zusammengedrückt und dadurch ihr Volumen verkleinert. An einer
geeichten Skala wird der Druck abgelesen. Ihre Teilung wird mit
zunehmendem Druck immer enger. Einen Vergleich der Messung im
Unterdruckbereich mit dem offenen U-Rohr-Manometer und dem
geschlossenen U-Rohr-Manometer zeigt untere Abbildung.
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| Vergleich der U-Rohr Manometer |
Druckmessung in strömenden Medien
In strömenden Medien gibt es 2 verschiedene
Druckarten:
| Der statische Druck pstat:
Er wird durch eine, auf die Flüssigkeit
wirkende Zusammendrückkraft erzeugt und breitet sich in
der Flüssigkeit in alle Richtungen gleich aus.
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| Der dynamische Druck pdyn:
Er wird durch die Strömungskraft der
Flüssigkeit hervorgerufen und wirkt nur in
Strömungsrichtung. Man nennt ihn auch Staudruck oder
Fließdruck.
Man kann ihn nach folgender Formel
berechnen: pdyn
= r/ 2 * v2
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Ruht die Flüssigkeit, dann ist die
Geschwindigkeit und damit auch der dynamische Druck gleich null.
Es herscht dann nur der statische Druck.
Der Gesamtdruck in einer strömenden
Flüssigkeit ist die Summe aus dem statischen und dem dynamischen
Druck:
pges
= pstat
+ pdyn
Bei der Druckmessung in strömenden
Medien können deshalb, je nach Meßanordnung drei Druckarten gemessen werden: der
statische Druck, der dynamische Druck und der Gesamtdruck.
Liegt die Meßstelle senkrecht zur
Strömungsrichtung, so wird nur der statische Druck
gemessen. Die Meßanordung nennt sich Piezometer.
Befindet sich die Messtelle in
Strömungsrichtung, so wird der Gesamtdruck
gemessen, der sich aus dem dynamischen und dem statischen Druck
zusammensetzt.. Das Meßrohr nennt sich Pitotrohr.
Es ragt in das Rohr hinein und hat eine 90° Biegung, so dass die
Meßstelle gegen die Strömungsrichtung steht.
Der dynamische Druck
allein mißt man durch eine Druckdifferenzmessung
, die z.B.mit dem Prandtl`schen Staurohr vorgenommen wird. Es ist
eine Kombination aus einem Pitotrohr und einem Piezometer.
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