| Zentrale
Wasserenthärtungsanlagen
Häufig
ist es erwünscht bei harten Wässern wenigstens
die Karbonathärte (temporäre Härte) zu
entfernen oder zu minimieren, da diese beim
Kochen oder in Heißwassergeräten ausfällt.
Hierbei eignet sich besonders das
Schnellentcarbonisierungsverfahren, da hier der
ausgefallene Kalk in Form von festen Körnern
(2-3 mm) anfällt, der leicht abtransportiert und
anderweitig Verwendung finden kann. Nach der
Enthärtung hat das Wasser meist noch eine
Restkarbonathärte von 1°dH.
Bei diesem Verfahren wird das zu enthärtende
Wasser zuerst von der noch überschüssigen
Kohlensäure entfernt. Dies kann über Riesler
oder sonstige offene Be- und Entlüftungsanlagen
erfolgen. Hierbei sollte aber nur die
überschüssige Kohlensäure entfernt werden, da
sonst schon ein Ausfallen des Kalks im Riesler
erfolgt, und dieser dann im Laufe der Zeit
verkalkt und sich zusetzt. Außerdem wird, wie im
folgenden Abschnitt beschrieben, der Verbrauch an
Kalkmilch zunehmen, als wie zur Enthärtung
benötigt wird(1). Ist Überschüssige
Kohlensäure im Wasser vorhanden kommt es zu
einer Aufhärtung des Wassers, also genau das
Gegenteil tritt ein.
(1)
Das Wasser wird dann von unten in einen
geschlossenen Enthärtungsreaktor gefördert. Am
Einlauf des Reaktors erfolgt die Zugabe von
Kalkmilch Ca(OH)2,die das Wasser auf einen pH
Wert von ca. 9,5 anhebt. Hierbei wird das
Calciumhydrogencarbonat in Calciumcarbonat und
das Magnesiumhydrogencarbonat in
Magnesiumhydroxid umgewandelt (2).
(2)
Die Ausfällungen möchte man aber nicht
unkontrolliert im Reaktor entstehen lassen. Man
gibt im Reaktor feinste Quarzsandkörnchem hinzu,
an diesen wächst der ausgefallene Kalk dann an.
Die immer größer werdenden Teilchen schweben
dann im Reaktor auf der von unten einströmenden
Wasserschicht auf. Haben diese dann eine Größe
von 2-3 mm ereicht, sinken sie aufgrund ihrer
Masse zum Boden des Reaktors, und werden dort
ausgetragen. Man kann sie dann in bereitstehenden
Containern zur Abholung bereitstellen. Eine
andere Alternative zu den Quarzsandkörchnchen
bieten kleine Calciumcarbonatkörner als
Anlagerungsstoffe. Hierbei sorgen
kontaktkatalytische Vorgänge für eine
schnellere Reaktionszeit. Die Regelung der
Körneraustragung spielt ebenfalls eine nicht
unwesentliche Rolle zur optimalen Wirkung des
Reaktors. Werden die Körner >3 mm, so kommt
es zu einer langsameren Anlagerung.
Auch die Beschaffenheit des zu enthärtenden
Wassers gibt Aufschluss darüber, ob eine
Enthärtung mit dieser Methode möglich ist oder
nicht. Um eine optimale Enthärtung zu ereichen
muß folgende Bedingung erfüllt sein:
c(0,5*Ca2+)
>= c(HCO3-)
Ist diese Bedingung nicht erfüllt, muß
zusätzlich soviel Kalkmilch zugegeben werden,
bis obiger Zustand erreicht ist. Bei großen
Abweichungen ist ein zu hoher Einsatz an
Kalkmilch erforderlich, so dass eine
kostengünstige Enthärtung nicht mehr
durchzuführen ist. Außerdem wird der pH Wert so
stark angehoben das sich das Magnesiumhydroxid
als Gel an die Körner anlagert, und so ein
weiteres Wachstum behindern. Auch der
Phospatgehalt sollte nicht über 0,1 mg/l
betragen, da Phospationen ebenfalls ein
Ausfallendes Kalks behindern.
Nach diesem Aufbereitungsschritt gelangt das
enthärtete Wasser an der Oberseite des Reaktors
in die Filteranlagen. Hier werden Trübstoffe und
ausgefallene Eisen- und Manganverbindungen aus
dem Wasser herausgefiltert. Die unlöslichen
Eisen- und Manganverbindungen enstehen ebenfalls
durch die pH Wert Erhöhung der Enthärtung.
Nach der Filtration kann das Wasser dann in
das Trinkwasernetz gepumpt werden.
Abb.: Zentrale
Enthärtungsanlage der NVV AG Mönchengladbach
(Wasserwerk Hoppbruch)
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