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Filtration Unter Filtration
versteht man die Konzentrationsänderung
von Wasserinhaltsstoffen beim
Durchströmen eines Filtermediums. Das
Filtersystem besteht aus einem
durchlässigen Porensystem, das häufig
aus festem geschüttetem Filtermaterial
besteht (z.B. Filtersand).
Man
unterscheidet Filter nach folgenden
Kriterien:
| Filtergeschwindigkeit |
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Langsamfilter |
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Schnellfilter |
| Druck |
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offene
Filter |
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geschlossene
Filter |
| Schichtaufbau |
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Einschichtfilter |
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Mehrschichtfilter |
| Fließrichtung |
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oben-unten |
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unten-oben |
| Eindringtiefe
der Ablagerungen |
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Oberflächenfilter |
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Raumfilter |
| Wasserspiegelhöhenlage |
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Naßfilter
mit Überstau |
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Trockenfilter |
Die
Konzentrationsänderung der
Wasserinhaltsstoffe kann durch chemische,
physikalische und biologische
Wirkmechanismen an der Filteroberfläche
erfolgen. Häufig wirken aber mehrere
Mechanismen zusammen. Wichtig ist, dass
die Wasserinhaltsstoffe mit dem
Filtermaterial in Kontakt kommen. Sind
die abzutrennenden Wasserinhaltsstoffe
gegenüber dem Porensystem zu groß, so
entsteht in der oberen Filterschicht eine
unerwünschte Siebwirkung. Wird eine
chemische Filtration erwünscht (z.B.
chemische Entfernung von CO2 mit Jurakalk
oder Dolomit), so darf die Oberfläche
nicht durch andere Beläge blockiert
sein. In anderen Fällen können Beläge
eine kontaktkatalytische Wirkung auf die
Entfernung von Wasserinhaltsstoffen haben
(Entfernung von Eisen und Mangan). Durch
den Filtervorgang und die damit
verbundene Konzentrationsänderung der
Wasserinhaltsstoffe wird Filtermaterial
entweder beladen oder verbraucht (bei der
chem. Bindung von CO2 geht Filtermaterial
als "Kalk" in Lösung).
Hierdurch ändert sich die
Filterwirksamkeit im Laufe der Zeit.
Im
günstigsten Fall sollte sich ein Filter
von oben nach unten mit Feststoffen
beladen. Dies ist aber kaum zu erreichen,
da sich im oberen Teil der Porenhohlraum
durch Beladung verringert und die
effektive Filtergeschwindigkeit und der
Filterwiderstand zunehmen. Hierdurch
werden bereits angelagerte Feststoffe
einem stärkeren Strömungsdruck
ausgesetzt und in tieferen Schichten
verlagert. Nach einer bestimmten Zeit
treten die Feststoffe im unteren Bereich
des Filters aus, und die gewünschte
Filtratqualität wird nicht mehr
erreicht. Die Druckverluste steigen mit
der Beladung immer mehr an, dies kann
eine Rückspülung oder eine Reinigung
des Filters zur Folge haben. Wird dies zu
spät eingeleitet, so kann dies im
ungünstigsten Fall ein Unterdruck im
Filterbett entstehen. Dieser Unterdruck
führt zu Ausgasungen, die den
Filterquerschnitt weiter einengen, die
effektive Filtergeschwindigkeit erhöhen
und somit die Filtergüte weiter
verschlechtern.
Die
Druckentwicklung in einem Filter soll in
folgender Abbildung aufgezeigt werden.
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| Abb.1:
Filterwiderstandsdiagramm |
Durch die Überstauhöhe
wird die unter 45° verlaufende
Drucklinie erzeugt, so lange der Filter
nicht durchströmt wird. Bei einem neuen
sauberen Filter (0 Std.) stellt sich im
Filterbetrieb ein Druckverlust durch den
Eigenfilterwiderstand des Filtermaterials
ein (Kurve A-C). Mit fortschreitender
Filterzeit wird im oberen Filterdrittel
die zunehmende Belegung durch einen
verstärkten Druckverlust sichtbar.
Bereits nach 9 Stunden beginnt im oberen
Teil die Unterdruckbildung. Durch
höheren Überstau oder Druckfiltration
kann die Unterdruckbildung
hinausgezögert werden. Für den
technischen Filterbetrieb ist es
wesentlich , die Filtrationsperiode
möglichst lang zu gestalten. Ein
Idealzustand ist dann erreicht, wenn der
maximal vorhergesehene Druckverlust und
die zulässige Filtratgüte zum gleichen
Zeitpunkt eintritt (Abb.2).
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| Zusammenhang zwischen
Filtrationsdauer (t) und der
Filterwirksamkeit (Anfangskonzentration
c, Endkonzentration co) sowie
dem Filterwiderstand
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Ist die zulässige
Filterwirksamkeit überschritten, muß
das Filtermedium von der Beladung
befreit, insgesamt verworfen oder
ergänzt werden. Eine Wiederherstellung
des Porensystems wird durch eine
Filterückspülung hergestellt. Hierbei
müssen die eingelagerten Stoffe aus dem
Filtermedium befreit werden. Neben festen
Einlagerungen werden auch gasförmige
Stoffe und Verklebungen des Filterbettes
beseitigt. Zur Reinigung wird Wasser und
Luft oder auch beide verwendet. Dies
Spülung bei der alle drei Medien
verwendet werden, nennt sich 3-Phasen
Spülung.
| Lüftspülung |
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ca.
5 min. mit Luftgeschwindigkeiten
zwischen 60-100 m3 / m2 * h Hierdurch
soll das Filterbett von unten her
aufgebrochen werden.
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| Luft/Wasserspülung |
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ca.10
min mit Luftgeschwindigkeiten
zwischen 60-80 m / h sowie
Wassergeschwindigkeiten von 8-15
m / h. Hierdurch soll
sich das Filtermaterial
gegenseitig von Belägen abreiben.
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| Wasserspülung |
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10
-25 m / h bis zum klaren
Wasserablauf. Bei biologisch
arbeitenden Filter sollte nicht
klargespült werden. |
Bei der
Luft - Wasserspülung wird eine
Filterbettausdehnung von ca. 25%
angestrebt, damit sich die Filterkörner
gegeneinander bewegen können. Bei
Mehrschichtfiltern wird auf eine
kombinierte Luft- Wasserspülung
verzichtet, da durch den großen Auftrieb
die verschiedenen Körner durchmischt
werden, und so eine optimale
Filterleistung nicht mehr gewährleistet
ist.
Filterbauarten
Langsamsandfilter
Die
ersten Filter, die zur Wasseraufbereitung
verwendet wurden, waren Langsamfilter,
mit ihnen sollte die Reinigungswirkung
der Bodenpassage nachgeahmt werden.
Langsamfilter besitzen eine
Reinigungswirkung an der Oberfläche. Sie
werden mit Quarzsand (0,5-1mm ) gefüllt
und haben eine Höhe von 70-120cm. Da die
Filter eine geringe Filtergeschwindigkeit
besitzen (0,1-0,2m/h), müssen diese
groß angelegt werden, um einen
gewünschten Durchsatz zu ereichen. Die
größten Filter besitzen eine Oberfläche
von bis zu 5000 m2.
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| Abb.3: Langsamfilter in
Betrieb |
Abb.4: Langsamfilter während
der Reinigung |
Unterhalb des
Langsamfilter befinden sich Dränrohre in
einer Kies-Stützschicht. Bei einer
gewissen Vorklärung des Wassers können
die Filter eine Laufzeit von 100-300
Tagen durchlaufen. Langsamfilter sind in
der Regel nicht Rückspülbar. Bei der
Filterreinigung wird die oberste
Schmutzschicht mit speziellen Geräten
auf eine Tiefe von 10-30 cm abgeschält
(Abb.4). Das abgeschälte Filtermaterial
wird in Anlagen vom Schmutz befreit und
wieder in den Filter eingebracht. Die
Langsamfilter bieten ein sauberes, meist
keimarmes Wasser, müssen aber wegen
ihrer langsamen Filtergeschwindigkeit
sehr groß gebaut werden.
Schnellfilter
Schnellfilter
gibt es in offener oder geschlossener
Bauweise und werden als Naßfilter
betrieben. Sie haben eine
Filtergeschwindigkeit von 5-15 m/h,
Aktivkohlefilter 25-50 m/h. Die
mikrobiologische Wirkung ist wegen der
kürzeren Kontaktzeit geringer als bei
den Langsamfiltern. Ein weitere Vorteil
dieser Filter ist die Rückspülbarkeit.
offene
Einschicht Schnellfilter
Diese
arbeiten Drucklos und werden mit
Überstau im freien Gefälle
durchflossen. Sie werden als
Stahlbetonbecken mit rechteckigem
Grundriß, bis etwa 100m2 je Filter
ausgeführt. Als Filtermaterial wird
Quarzsand 0,8-1,2 mm Korngröße mit
möglichst gleichmäßigen Korn
verwendet. Die Höhe der Filterschicht
beträgt ca. 0,8-1,2m. Durch seitliche
Einlaufrinnen wird eine gleichmäßige
Beschickung des Filters gewährleistet.
Durch diese Rinnen werden in der
Rückspülphase auch die Schmutzstoffe
abgeleitet( hierbei sind Rohr 1 und 3
zusammengefaßt). Der Boden des Filters
besteht aus einem Düsenboden, mit ca.
70-90 Düsen/m2. Die Düsen sind aus
Kunststoff oder Porzellan gefertigt, und
lassen bei dem Filterbetrieb das
gefilterte Wasser hindurch, halten den
Filterkies aber zurück. Während des
Spülbetriebes wird durch die Kammer
unterhalb des Düsenbodens die Spülluft
und das Spülwasser durch die Düsen in
das Filterbett geleitet.
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Bedienungsplan |
AUF |
ZU |
| Betrieb |
1 , 2 |
3 , 4 , 5 , 6 |
| Rückspülung |
3 , 4 , 5 |
1 , 2 , 6 |
| Filtratablauf |
1 , 6 |
2 , 3 , 4 , 5 |
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Geschlossene
Schnellfilter
Die
geschlossenen Schnellfilter werden mit
Filtergeschwindigkeiten von 10-20m/h
betrieben. Der Vorteil gegenüber offenen
Schnellfilter besteht darin, dass das
Wasser während der Filterung keinen
offenen Wasserspiegel hat und dabei nicht
verunreinigt werden kann. Außerdem
müßte bei einer offenen Filteranlage
das Wasser nochmals zum nächsten
Aufbereitungsschritt gepumpt werden, was
bei einem geschlossenen Filter nicht der
Fall ist. Von Vorteil ist ferner, dass
die Filtration mit höheren
Filtergeschwindigkeiten und höherem
Filterwiderstand betrieben werden kann.
Die geschlossenen Schnellfilter werden
heute hauptsächlich als
Zweischichtfilter betrieben, wobei die
Filterschichten meistens gleiche Höhe
besitzen. Der zulässige max.
Filterwiderstand bei diesem Filtertyp
beträgt ca. 6m Wassersäule. Die
Filterrückspülung wird wie bei den
offenen Schnellfilter durchgeführt.
Die
geschlossenen Schnellfilter werden bei
der Oberflächenwasserfiltration auch
häufig als Dreischichtfilter angewendet.
Hierbei ist die oberste Schicht eine
Aktivkohleschicht, die eventuell
vorhandene Stoffe aus dem Wasser
entfernt.
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