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Bestimmung
von Grundwasserfließrichtung und -gefälle
Um die Grundwasserfließrichtung und das Gefälle zu bestimmen
benötigt man 3 Meßpunkte. Hierdurch wird ein
Grundwasser-Meßdreieck gebildet. Um die
Grundwasserfließrichtung über ein größeres Gebiet genauer zu
bestimmen, ist es ratsam mehrere solcher Dreiecke zur Messung
heran zunehmen.
Es soll eine Beispielrechnung durchgeführt werden.
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| Abb.: Grundwassermeßdreieck |
Die Höhen der Meßpunkte sind mit einem Niveliergerät zu
ermitteln, wenn sie nicht bereits vorher bekannt sind.
Anschließend wird mit einem Lichtlot der Flurabstand gemessen
(Pegeloberkante bis Grundwasserstand). Die Abstände der
Meßpunkte zueinander können mit einem Maßband oder anderen
Bestimmungsmethoden festgelegt werden.
Berechnung des Grundwasserstandes
über NN
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Brunnen 1 |
= |
Höhe des Brunnens1 über NN - Flurabstand =
Grundwasserstand über NN |
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58,47 m - 13,59 m =
44,52 m |
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Pegel 1 |
= |
Höhe der Pegeloberkante 1 über NN - Flurabstand =
Grundwasserstand über NN |
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55,74 m - 11,69 m = 43,78
m |
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Pegel 2 |
= |
Höhe der Pegeloberkante 2 über NN - Flurabstand =
Grundwasserstand über NN |
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65,90 m - 21,56 m = 44,34
m |
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| Abb. 2: Gegenüberstellung der Meßpegel |
Berechnung einer konstruierten
Höhenwasserlinie (Isohypse)
Nach einer Betrachtung der Grundwasserstände (Abb. 2) ist der
Wasserstand im Brunnen 1 am höchsten, demnach wird das
Grundwasser in Richtung des Pegel 1 und Pegel 2 fließen.
Man betrachtet nun die Strecken vom Punkt des höchsten
Wasserstandes aus (hier Brunnen 1). In diesem Fall sind das die
Strecken (Brunnen 1 nach Pegel 1) und (Brunnen 1 nach Pegel 2).
Man konstruiert nun eine Grundwasserhöhenlinie, die in etwa die
Mitte der beiden Strecken schneidet. Der höchste Punkt hat
Brunnen 1 mit einer Höhe von 44,52m ü.NN. Die Grundwasserhöhe
von Pegel 1 ist 43,78 m ü.NN und Pegel 2 hat 44,34 m ü.NN. Ich
habe in diesem Fall die Höhe von 44,40m ü.NN angenommen (gelb
gekennzeichnet in Abb. 3+4).
Nun wird mit nachfolgender Rechnung der jeweilige Abstand (X) von den beiden Pegeln
zu der Isohypse (44,40m ü.NN) bestimmt.
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| Abb. 3 |
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| Abb. 4 |
Man sollte nun die Meßpunkte in eine maßstäbliche Karte
oder einem Vektorgrafikprogramm eintragen, um Abstände genau
eintragen und bestimmen zu können. Bei einem Abstand der Pegel
von ca. 150 Meter untereinander (wie hier im Beispiel), kann man
den Maßstab 1:1000 wählen (1 Meter Natur = 1mm Kartenmaßstab).
In den meisten Fällen existieren aber schon Pläne, in denen die
Meßpegel eingetragen sind.
Um die Grundwasserfließrichtung zu bestimmen, geht man
folgendermaßen vor:
1.) Man trägt die errechneten Abstände vom den tiefsten
Punkten der Pegel (Pegel 1 und Pegel 2) zum höchsten Meßpunkt
auf (Brunnen 1). In diesem Fall sind es 87,97 Meter (Ergebnis aus
Abb.4) von Pegel 1 nach Brunnen 1, und 49,0 Meter (Ergebnis aus
Abb. 3) von Pegel 2 nach Brunnen 1.
2.) Man zeichnet eine Verbindungslinie, die die Punkte auf den
beiden Geraden in den Punkten der eingetragenen Entfernung
schneidet (grüne Linie). Diese Linie bildet die erste Isohypse.
Das Grundwasser befindet sich auf dieser Linie genau 44,40 Meter
ü.NN.
3.) Man zeichnet lotrecht auf der Isohypse (grüne Linie) eine
Gerade (gelbe Linie). Diese kennzeichnet die
Grundwasserfließrichtung, und zwar vom Punkt mit dem höchsten
Wasserstand weg. In diesem Beispiel hat der Brunnen 1 den
höchsten Wasserstand (44,52 m ü.NN), folglich kann das
Grundwasser nur in die entgegengesetzte Richtung fließen. Nun
hat man die Grundwasserfließrichtung bestimmt.
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| Abb.: 5: Bestimmung der Grundwasserfließrichtung |
Bestimmung des Grundwassergefälle
Die Grundwasserfließrichtung wird durch die
Schwerkraft bestimmt. Das Gefälle wird mit der Formel J = h / l
berechnet. Da uns bisher nur eine Isohypse bekannt ist (44,40m
ü.NN), wird nun eine zweite bestimmt. Sinnvollerweise sollten
die beiden Höhenlinien einen gewissen Abstand zueinander haben,
um eine genaueres Ergebnis zu erhalten. Wenn wir die grüne Linie
im rechten Winkel auf der Grundwasserfließrichtung (gelbe Linie)
verschieben, so trifft diese drei verschiedene Punkte mit
bekannten Daten (Brunnen 1, Pegel 1, Pegel 2). Ich habe in diesem
Fall die Linie nach unten verschoben, bis sie den Pegel 1
kreuzt. Dies ist die neue Grundwasserhöhenlinie (rote Linie), bei
der der Grundwasserstand 43,78m ü.NN beträgt. Nun wird der
Abstand der beiden Höhenwasserlinien mittels eines Lineals in
der Karte oder mit einem Vektorgrafikprogramm bestimmt. Der
Abstand in diesem Beispiel beträgt 82,01 Meter.
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