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Wassertürme

Wassertürme dienen zur Speicherung von Trinkwasser und zur Aufrechterhaltung des Netzdruckes. Sie sind recht einfach aufgebaut und kommen in vielen Größen und Bauarten vor. Sie sind so hoch gebaut, da sie mit jedem Meter Höhe einen Wasserdruck von ca.0,1 bar in der Rohrleitung am Boden erzeugen (Schweredruck des Wassers). Wenn der Turm nun 40 Meter hoch ist, dann haben die umliegenden Häuser einen Wasserdruck von ca. 4 bar. Viele Wasserwerke füllen ihre Wassertürme Nachts mit billigem Nachtstrom um das Wasser dann tagsüber im Freien Gefälle auslaufen zu lassen. Wassertürme müsssen genau bemessen werden, da sie auch für die nächsten 30-40 Jahre den Wasserbedarf decken müssen. Auch für den täglichen Bedarf sollen die Türme eine ausreichende Kapazität besitzen, da sie auch eine gewisse Löschwassermenge für die öffentliche Brandbekämpfung vorhalten müssen (s. Abb.1). Ein Vorteil für die Wasserversorger ist der Betrieb kleinerer Pumpen für die Wasserversorgung , da bei Spitzenverbräuchen, wie am Morgen, der Wasserturm die hohen Abnahmen problemlos verkraften kann.

Da Wassertürme in der Nähe von Versorgungsgebieten und an hoher Stelle gebaut werden müssen, stehen auch architektonische Anforderungen an die Gebäude, da sie ein Teil des Stadtbildes prägen. Da heute immer mehr drehzahlgeregelte Pumpen auf die unterschiedlichen Wasserabnahmen im Netz reagieren können, scheuen viele Wasserversorgungsunternehmen den Bau dieser doch teuren Wassertürme.

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Abb.1: Schematischer Aufbau eines Wasserbehälters (Durchlaufbehälter)

Wassertürme gibt es in 2 verschiedenen Ausführungen.

Gegendruckbehälter: Hier befindet sich nur eine Leitung zum Befüllen und Entleeren des Behälters. Dabei wird das Wasser, mit billigem Nachtstrom, durch das Verteilungsnetz in den Wasserturm gepumpt. Ein Vorteil des Gegenbehälters ist, das die Einspeisung in das Netz von zwei Seiten erfolgt, nämlich vom Wasserwerk und vom Wasserturm. Auch wenn das Wasserwerk aus technischen Gründen einmal kein Wasser liefern kann, liefert der Wasserturm immer noch durch den Höhenunterschied Wasser in das Rohrnetz. Als Nachteil ist die nicht ständige Erneuerung des Wassers in dem Behälter zu sehen. Diese Art der Wassertürme baut man, wenn z.B eine Geländeerhöhung hinter dem Versorgungsgebiet liegt.

Durchlaufbehälter: Dies sind Wasserbehälter, bei dem das Wasser vom Wasserwerk nur in den Wasserturm fördert und nicht unmittelbar in das Rohrnetz. Das Wasserwerk kann nicht auf die verschiedenen Wasserabnahmemengen des Ortsnetzes reagieren. Der Behälter muß genau auf die Tagesabnahmemenge des Ortes abgestimmt sein. So kann das Wasserwerk in der Nacht den Behälter mit billigem Nachtstrom füllen. Bei dieser Art des Behälters wird das Wasser öfters erneuert als wie bei dem Gegenbehälter. Der Nachteil dieser Behälter ist die nur einseitige Einspeisung in das Netz, deshalb kann die Versorgung des Ortes gefährdet sein wenn die Hauptleitung vor oder hinter dem Wasserturm defekt ist.

 

  Wasserturm Mönchengladbach, Viersenerstraße

© Jörg Wiegels

Der abgebildete Wasserturm in Mönchengladbach zählt zu den schönsten Wassertürmen in Jugendstilbauweise. Er wurde 1909, in zwei Jahren Bauzeit, fertiggestellt und kostete 216.000 Goldmark. Er besitzt zwei Wasserbehälter, von denen der untere ein Fassungsvolumen von ca. 2300 Kubikmeter besitzt und die tieferliegenden Gebiete in Mönchengladbach versorgt. Der obere Behälter hat ein Fassungsraum von 800 Kubikmeter und versorgt die Oberstadt mit Trinkwasser. Bei diesem Wasserturm wurde zum erstenmal der obere Wasserbehälter nicht mit Bauwerken innerhalb des Gebäudes abgestüzt, sondern wird durch die Außenwände getragen.

Man kann diesen Wasserturm ohne Anmeldung jeweils am 1. Samstag der Monate März bis Dezember um jeweils 10:00, 11:00 und 12:00 Uhr besichtigen.

Informationen bei der NVV AG in Mönchengladbach.

Blick auf den unteren Wasserbehälter. Er hat einen Durchmesser von ca. 20 Meter, ein Fassungsvermögen von 2.300.000 Liter und versorgt die tieferliegenden Gebiete von Mönchengladbach.  
Blick auf die Unterseite des oberen Behälters. Er hat ein Fassungsvermögen von 800.000 Liter. Dieser Behälter stützt sich nur auf den Außenmauern ab. Zu sehen sind die Wasseranschlüsse an der Unterseite.
Über eine Wendeltreppe kann man auf eine Aussichtskuppel gelangen. Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht über Mönchengladbach.
Blick auf den oberen Wasserbehälter.
 
 
 

Wassertürme in Deutschland

   
Köln   Kiel [© Renate Schmook]   Wuppertal-
Lichtscheid
Bilder der Türme: Copyright © 1997-1999 Jörg Wiegels