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Wasserzähler
Die Begriffe Zählung und Messung
bezeichnen trotz ihrer Ähnlichkeit nicht dasselbe.
Zählen ist die Erfassung einer Menge innerhalb eines
beliebigen Zeitabschnittes, Messen jedoch das Erfassen
der Menge in der Zeiteinheit (Volumenstrom;
Volumendurchfluß). Zähler sind daher nur auf ein
Mengenmaß geeicht, z.B. Liter. Der Zeiger eines Zählers
oder das Rollenzählwerk (z.B. beim Elektrizitäts- oder
Kilometerzähler) läuft immer in der gleichen Richtung
weiter. Der Zeiger eines Durchflußmessers jedoch pendelt
je nach Durchfluß der Skala hin und her, welche in l/s,
l/min oder m3/h eingeteilt sein kann.
In
Wasserversorgungsanlagen gibt es Wasserzähler und
Durchflußmesser. Zähler werden zum Zählen oder
Festhalten von in Pumpwerken geförderten oder an die
Verbraucher gelieferten Wassermengen verwendet. Die
Zähleranzeige bildet somit die Grundlage für die
Berechnung der Wasserlieferung. Die Differenz zwischen
einer vorherigen und einer neuen Ablesung des Zählers
stellt den Verbrauch dar, der mit dem Preis der
Mengeneinheit vervielfacht wird, um den Rechnungsbetrag
für den Wasserkunden zu ermitteln.
In Wasserwerken sind
Zähler für einen ordnungsgemäßen
technisch-wirtschaftlichen Betrieb notwendig. Zähler bei
den Kunden sorgen für eine gerechte Verteilung der
Kosten und beugen einer Wasservergeudung vor.
Durchflußmesser werden da eingebaut, wo die
Momentanabgabe ins Rohrnetz erfaßt werden soll oder in
Wasseraufbereitungsanlagen, deren Durchfluß kontrolliert
werden muß. Schließlich sind Kombinationen von
Durchflußmessern mit Zählern möglich. Der Apparat
zeigt in diesem Falle sowohl den Momentandurchfluß als
auch die durchgeflossene Menge an.
Flügelradzähler
Flügelradzähler sind
meist Mehrstrahlapparate. Das Wasser tritt durch mehrere
am Umfang des Flügelbechers tangential angebrachte
Löcher ein, trifft auf den - dadurch vollbeaufschlagten
- Flügel und tritt durch eine zweite, höher liegende
Öffnungsreihe wieder aus. Einstrahlzähler als
Wohnungszähler besitzen nur eine Ein- und eine
Austrittsöffnung. Da das Flügelrad von der dynamischen
Wirkung des Wassers (kinetische Energie = Geschwindigkeitsenergie)
angetrieben wird, spricht man hier auch von
Geschwindigkeitszählern. Die Flügelraddrehung wird
über Zahnräder so untersetzt, dass auf dem Zifferblatt
des in das Gehäuse eingesetzten "Meßbechers"
die durchgegangene Wassermenge durch ein Rollenzählwerk,
zum Teil ergänzt durch Zeiger, angezeigt wird.
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Flügelradzähler
als Nassläufer |
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Qn 2,5 :
Nenndurchfluß 2,5 Kubikmeter / Stunde
x0,0001: 1 Teilstrich =
0,1 Liter
x0,001 : 1
Teilstrich = 1 Liter
x0,01 : 1
Teilstrich = 10 Liter
x0,1 : 1
Teilstrich = 100 Liter
Der
Wasserzähler hat 152,2053 Kubikmeter
gezählt.
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Begriffe
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Qmax |
Größter
Durchfluß, nur kurzzeitig zugelassen, d.h. etwa
15 Minuten pro Tag. |
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Qn |
Nenndurchfluß=
1/2 - 1/3 von Qmax. Dieser Wer dient gleichzeitig
zur Kennzeichnung des Zählers. |
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Qmin |
kleinster
Durchfluß, von dem ab der Zähler die
Fehlergrenzen einhalten muß. |
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Qt |
Übergangsdurchfluß
(auch Trenngrenze genannt), Übergangspunkt vom
kleineren zum größeren zulässigen
Anzeigefehler. |
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h WZ |
Druckverlust im
Wasserzähler. |
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PN (16) |
Druckstufe des
Wasserzählers, max. zulässiger
Beriebsüberdruck in bar. |
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Fehlerkurve
eines Wasserzählers (hier
Flügelradwasserzähler) |
Metrologische
Anforderungen
Der max. zulässige
Fehler beträgt im unteren Belastungsbereich (Qmin - Qt)
+-5%.
Der max. zulässige
Fehler beträgt im oberen Belastungsbereich (Qt - Qmax)
+-2%.
Bei den Wasserzählern
gibt es metrolohische Klassen (A, B, C). Sie stehen in
Beziehung zu den Werten (Qmin/Qn) und (Qt/Qn). Bei der
Standardausführung "B" gilt:
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für
Qn<15m3/h |
Qmin=
0,02Qn |
Qt=
0,08Qn |
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für
Qn>15m3/h |
Qmin=
0,04Qn |
Qt=
0,20Qn |
In der
Klasse "A" liegen die Verhältniszahlen höher,
in der Klasse "C" tiefer.
Ringkolbenzähler
Ringkolbenzähler
besitzen statt des Flügelrades einen Ringkolben, der
wechselweise Ein- und Ausströmöffnungen freigibt. Es
wird also nach dem Inhalt des Ringkolbens gezählt, daher
auch die Bezeichnung "Volumenzähler". Für
sandhaltige Wässer ist er nicht geeignet, da die
Gleitflächen sich rasch abnutzen, undicht werden und die
Anzeige dann fehlerhaft wird. Diese Zähler werden trotz
der im Neuzustand etwas größeren Anzeigegenauigkeit nur
mehr selten eingebaut.
Woltmannzähler
Diese von Prof. Woltmann
1829 konstruierten Zähler sind wie Flügelradzähler
Geschwindigkeitszähler und werden für Anschlußgrößen
ab DN 50 bis 500 entsprechend eines Nenndurchflusses Qn
von 15 bis 1500 m3/h gebaut. Vorübergehende
Mehrbelastung ist zulässig, kurzfristig (15 min/d) -
z.B. im Brandfall - bis zum Doppelten. Der Flügel aus
schraubenflächenartig verwundenen Schaufeln wird
parallel zu seiner Achse durchströmt. Der
Rohrquerschnitt wird im Woltmannzähler ohne wesentliche
Verengung durchgeführt. Hierdurch tritt sehr geringer
Druckverlust gegenüber dem Flügelradzähler (0,1 bis
0,25 bar statt 1 bar!) auf. Es gibt:
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Typ WP:
Flügelachse parallel Rohrachse, kleiner
Druckhöhenverlust; geeignet in Pumpwerken. |
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Typ WS:
Flügelachse senkrecht Rohrachse, größerer
Druckhöhenverlust, geeignet als Zähler in
Abgabeschächten |
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Typ WB: zum
Einbau in die Steigleitung von Brunnen statt des
oberen Abgangskrümmers (Brunnenwasserzähler) |
Woltmannverbundzähler
Verbundzähler (WPV bzw.
WSV) vereinigen einen Woltmann- und einen
Flügelradzähler Hauswasserzähler und sind in der Lage,
von sehr kleinen bis zu sehr großen Durchflußmengen zu
zählen. Eine Umschalteinrichtung mit Feder- oder
Gewichtsbelastung sorgt dafür, dass beim Unterschreiten
eines gewissen Durchflusses der Woltmannzähler
abgeschaltet wird, so dass die kleine Wassermenge nur
durch den "Nebenzähler" läuft. Die
durchgeflossene Menge erhält man durch Zusammenrechnen
der in beiden Zählwerken erfaßten Menge.
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Verbundzähler |
Nass- und
Trockenläufer
Nassläufer (für
Hauswasserzähler die häufigste Ausführung) sind
Zähler, bei welchen Zählwerk und Zifferblatt im Wasser
liegen (DIN-Bezeichnung "N").
Trockenläufer sind
solche, bei denen nur die Messflügel und die
Übersetzungsgetriebe im Wasser liegen, während das
Zählwerk im dicht abgeschlossenen Trockenraum durch eine
Magnetkupplung angetrieben wird. Durchgehende, mit
Stopfbuchsen oder O-Ringen gedichtete Wellen sind auf
Sonderfälle (z.B. bei hohem Drehwiderstand) beschränkt.
Verwendung der Trockenläufer (DIN-Bezeichnung
"T") generell bei Großwasserzählern, fast
immer bei Anschluß von Zusatzgeräten (Fernübertragung,
Kontaktgeber usw.), ferner für Heißwasserzähler, damit
keine Kalk- oder anderen Ablagerungen die Ablesbarkeit
beeinträchtigen.
Wasserzähler
mit Gebereinrichtungen
Solche Zähler können
versehen werden mit:
-elektromechanischen
Kontaktgebern, die nach Durchfließen bestimmter Mengen
einen elektrischen Impuls geben und damit z.B. die
Wasserzufuhr über ein Elektroventil an- oder abstellen
oder ein elektr. Fernzählwerk bzw. einen elektr.
Mengenschreiber oder Impulsdrucker betätigen.
- elektronischen
Impulsgebern mit nachgeschaltetem Meßumformer für
Durchflußmessung oder Registrierung. Hierbei wird die
Zählung auch zur Messung.
- Kombinationen von
beiden, z.B. eine elektromechanische Fernübertragung des
Zählerstandes durch aufgebaute Kontaktgeber und eine
Fernmessung und -registrierung des Durchflusses mittels
eines Infrarotgebers.
Magnetisch
Induktive Wasserzähler (MID)
Das Messprinzip dieser
Durchflussmesser nutzt die Trennung bewegter Ladungen in
einem Magnetfeld. Durch ein Rohr aus nichtmagnetischem
Werkstoff, das eine elektrisch isolierende Auskleidung
(z. B. aus Keramik oder PTFE) hat, strömt die zu
messende Flüssigkeit. Von außen ist ein senkrecht dazu
wirkendes Magnetfeld aufgegeben. In der Flüssigkeit
vorhandene Ladungsträger, z. B. Ionen oder geladene
Teilchen, werden durch das Magnetfeld abgelenkt: die
positiven Ladungsträger z. B. nach links, die negativen
nach rechts. An senkrecht zum Magnetfeld angeordneten
Elektroden entsteht durch die Ladungstrennung eine
Spannung, die mit einem Messgerät erfaßt wird. Die
Höhe der gemessenen Spannung ist der Größe der
Strömungsgeschwindigkeit der Ladungsträger und damit
der strömenden Flüssigkeitsmenge proportional. Durch
einen nachgeschalteten Meßumformer wird die Spannung in
einen Gleichstrom umgewandelt.
Der Vorteil der
magnetisch-induktiven Durchflussmesser ist das Fehlen von
Einbauteilen in der Strömungsbahn. Sie haben deshalb
fast überhaupt keinen Druckverlust und keine
Störfälle. In der technischen Ausführung ist die
Magnetspule und der Messumformer in kompakter Bauweise um
ein Rohrstück angeordnet.
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